Bist Du öfter eifersüchtig oder hast Du immer mal wieder mit Eifersucht zu kämpfen? Wie Eifersucht und Selbstliebe zusammenhängen, warum Eifersucht aus meiner Sicht fast immer auf einen Mangel an Selbstwert und Selbstliebe hindeutet und wie Du beides verändern kannst – darum geht es hier.

Worum geht es eigentlich bei Eifersucht?

Das Wort sagt es im Grunde schon: Jemand „sucht" mit „Eifer". Eifersucht ist für mich, wenn man etwas im Außen sucht, was man bei sich im Inneren noch nicht gefunden hat. Interessant ist auch, dass das Wort „Sucht" in „Eifersucht" steckt. Meine Erfahrung hat gezeigt: Eifersucht hat häufig mit einem Mangel an Selbstwert und Selbstliebe zu tun.

Aber warum ist das so?

Wenn Du Dich selbst wertschätzt und Dich wertvoll findest, dann hast Du kaum Angst, Deine Partnerin oder Deinen Partner zu verlieren – Angst, dass jemand anderes kommt oder dass mit einer anderen Person etwas passiert, was mit Dir nicht passiert. Wenn Du ganz bei Dir bist, gut mit Dir selbst verbunden, mit Deiner Selbstliebe, Dich so annimmst und wertschätzt und dadurch in Dir ruhst, dann spürst Du, wie wertvoll Du bist. Aus dieser Ruhe heraus verliert die Angst, verlassen zu werden, viel von ihrer Macht.

Wie kannst Du Eifersucht überwinden?

Wenn Du das Gefühl von Eifersucht kennst, lautet die Frage: Wo genau spürst Du die Eifersucht in Deinem Körper – und wie geht es Dir damit?

Dabei möchte ich Dich gerne unterstützen. Darum habe ich ein paar Schritte für Dich mitgebracht, mit denen Du Deiner Eifersucht begegnen und Deine Selbstliebe stärken kannst:

  1. Sei ehrlich zu Dir: Frage Dich, ob Du eigentlich eifersüchtig bist und wie sich die Eifersucht bei Dir zeigt. Sei dabei ganz aufrichtig mit Dir selbst.
  2. Fühle hinein: Versetze Dich in eine Situation, in der Du in der Vergangenheit eifersüchtig warst, oder stelle Dir eine Situation vor, in der Du es wärst. Wo spürst Du die Eifersucht in Deinem Körper? Schnürt sich Dir die Kehle zu? Wirst Du nervös und fängst an zu schwitzen? Bekommst Du Magenschmerzen? Lass den Schmerz zu, der durch diese Vorstellung vielleicht in Dir aufsteigt.
  3. Schreibe Deine Gedanken auf: Was denkst Du in dem Moment, wenn Du eifersüchtig bist? Fühlst Du Dich minderwertig? Kleiner? Weniger attraktiv? Hast Du Angst, dass es da jemanden gibt, der attraktiver ist als Du?
  4. Nimm liebevoll an, was da ist: Nimm Deine Eifersucht an und nimm an, wie Du Dich dabei fühlst. Diese Erkenntnis darf in Dein Bewusstsein steigen und etwas in Dir bewegen. Das ist bereits ein erster Schritt.
  5. Nimm Dich so an, wie Du bist: Schätze Dich selbst wert und habe Dich lieb, genau so, wie Du gerade bist. Schau Dir auch Deine Schattenseiten und Schwächen ehrlich an und akzeptiere Dich auch mit ihnen.

Merke Dir: Gefühle sind immer da, um gefühlt zu werden. Akzeptiere sie. Halte sie aus. Fühle sie.

Eifersucht und alte Ängste

Eifersucht hat häufig etwas mit Ängsten zu tun – zum Beispiel mit Verlassensängsten aus der Kindheit oder anderen schmerzhaften Erfahrungen. Dir Deine eigene Kindheit einmal genauer anzuschauen und alte Verletzungen, wenn nötig mit professioneller Begleitung, anzuschauen, kann Dir dabei helfen, Deiner Eifersucht anders zu begegnen.

Denk außerdem daran, dass die meisten Eifersuchts-Szenarien nur als Fantasie in Deinem Kopf stattfinden – oft gibt es gar kein reales Ereignis, das die Eifersucht auslöst.

Und noch etwas: Sollte es wirklich passieren, dass Deine Partnerin oder Dein Partner Dich verlässt, dann frage Dich auch, wo Du selbst nicht gut für Dich gesorgt hast. Wo bist Du Dir vielleicht selbst „fremdgegangen"? Damit meine ich: Wo bist Du Dir selbst nicht treu geblieben? Je mehr Du Dir selbst treu bist, Dich selbst liebst und in Deiner Mitte bleibst, desto weniger Raum bekommt die Eifersucht.